Plaketten 1979 - 2003

2003

 

 

 

 

D' Roggere-Buure

Sigrist Schosi (1905 -1974), Rosi (1900 -1974), Walti (1909 -1980)

Wer kannte sie nicht, die drei Geschwister mit ihren auffällig altmodischen Kleidern und ihren hoch geschnürten Schuhen, die gemeinsam auf Roggern ihr karges Leben fristeten?! Es waren drei ruhige, zurückgezogene, eher menschenscheue Leute, die vielleicht eben deswegen wehrlos dem Gespött der Dorfleute ausgesetzt waren. Es geschah dies wohl nicht bewusst böswillig, aber das Horber Volk brauchte offenbar immer wieder so liebenswürdig auffällige «Originale», die es necken konnte. Klar, die Arbeit bei den Roggere-Buure verlief gemächlicher als anderswo, und wenn sie dann wirklich spät die Heuernte wagten, musste das Barometer ein Monats-Hoch angezeigt haben.

Walti, der Zögerer, war eigentlich gelernter Gärtner, der oft in den Villenparks auf der Halbinsel kleine Zusatzverdienste erwirtschaftete. Stets trug er, selbst an warmen Sommertagen, bei seinen Arbeiten, beim Kirschen Pflücken oder beim Jauche Ausbringen seinen alten Militärkaput. An schönen Sommerabenden hörte man ihn den Alpsegen beten oder den Büchel blasen. Das klang nicht immer ganz rein, aber zum Glück hört der Herrgott bekanntlich nicht nur auf die Reinheit der Töne, sondern schaut seinen Getreuen ins Herz. Walti organisierte seine Hofarbeit mit Umsicht. Schon am Abend stellte er jeweils seinen «Schnegg» (Klelner Wagen mit zwei Rädern hinten und zwei Holz-Schlittenkufen vorn) auf die Wiese, damit das taufrische Gras anderntags frühzeitig in die Tenne gefahren werden konnte. Eines Morgens hatten ihm Nachtbuben das Gras schon gemäht und aufgeladen. Walti verstand die Welt nicht mehr, eilte aufgeregt nach Hause und rief: «Schosi, chomm cho luege, s'Gras esch scho ufglade!»

Schosi war eigentlich Bäuerin und Knecht in einer Person. Sie besorgte das Vieh im Stall. Nur melken konnte sie nicht. Auch, wenn ihm diese Arbeit nicht besonders lag, musste dies Walti besorgen. So hielt man auf Roggern keine Milchleistungskühe, und das spärliche Milchgeld gestattete den dreien kein Luxusleben.

Rosi war eine gute Schneiderin, die wegen ihrer sauberen Arbeit zu einem niedrigen Lohn im ganzen Dorf Kunden hatte. Auf dem Hof half sie höchstens beim Heuen mit. Als die drei ins AHV-Alter kamen, wunderte sich der Zweigstellenleiter, dass sie sich nicht für den Erhalt der Rente meldeten. Aber sie wollten den finanziellen Zustupf nicht annehmen. «Nein, nein, dieses Geld haben wir nicht verdient», wagten sie bescheiden einzuwenden.
Die drei Geschwister hingen sehr aneinander. Als Schosi als erste verstarb, war Rosi darob so bekümmert und hilflos, dass sie wenige Tage später auch hinschied. Walti wurde geistig immer verwirrter. Er starb sechs Jahre später im Altersheim Kirchfeld.

Die «heilig Familie»! Für einen Orientierungslauf stellte eine Schulklasse einen Posten bei der Roggern auf. Damit Walti die Postentafel nicht entfernen würde, deponierte der Lehrer sinnvollerweise dort eine Frage religiösen Inhalts: «Wie heissen die Mitglieder der hl. Familie?» Prompt kritzelte ein schelmischer Nachbarjunge als Antwort «Schosi, Rosi, Walti» hin, was gleich mit zwei Originalitäts-Punkten belohnt wurde.


 

2002

 

 

 

 

De Schnider Wisi (Alois Schnyder 1875 ? 1956)

 

Der Totengräber mit dem legendären Gedächtnis und der «Schattenfrau»!

 

Der mittelgroße, hagere Mann mit Schnurrbart versah umsichtig das Totengräber Amt, pflegte den Friedhof und war als frommer, engagierter Kirchgänger bei den Dorfleuten beliebt. Dank seines legendären Gedächtnisses lieferte er ihnen über Jahrzehnte Auskünfte über wichtige Daten des öffentlichen Lebens, über Weltereignisse oder Todestage von Verstorbenen mit haargenauen Details zu Wochentag, Wetter und Tagestemperaturen.

 

Schnider Wisi lebte bei seinem Vater im oberen Stock des alten Spritzenhauses. Der selbstbewusste Vater besorgte den Haushalt und duldete keine Frau im Haus. Aber auch Wisi war vom andern Geschlecht angetan. Als er mit Trudi (Gertrud) Studhalter vom Dorni heiratete, meisterten die beiden die schwierige Situation auf ihre Art.

 

Trudi wohnte weiterhin auf dem Hof Dorni in Kastanienbaum, weil sie ja in Wisis Haushalt weder notwendig noch willkommen war. Dagegen wurde ihre Arbeitskraft auf Dorni geschätzt. Als Gegenleistung an Wisi holte sie jeden Samstag dessen Wäsche und besorgte den Hausputz. Das dauerte viele Jahre so!

 

Auf die Frage, ob sie nicht bald zu Wisi ziehen wolle, da sie doch verheiratet seien, antwortete sie kurz und bündig?. «Wenn's nur Gottes Wille wäre, dass sein Vater endlich sterben könnte, ginge ich schon!»

 

Als aber Wisis Vater 92? jährig starb, war Trudi fast 60 Jahre alt und hatte sich an das Hin? und­her gewöhnt. Getreu dem Grundsatz «verändere nicht, was gut funktioniert!» wanderte sie weiterhin als Wasch? und Putzfrau wöchentlich vom Dorni ins Dorf und zurück. Das Unterfangen würde heute, selbst motorisiert, wohl als unzumutbare Freiwilligenarbeit aufgegeben.

 

 

2001

 

 

 

 

 

S’ Glättere- Bethli

 

(Lisbeth Heer: 24.10. 1851 bis 20.02. 1937)

Die kleine, leicht vornübergebeugte Frau mit «Huppi»-Frisur wohnte im «Paradies»bei Bühlmanns, hinter der heutigen Paracelsus- Apotheke.

Ihren Lebensunterhalt bestritt sie mit «Glätten» (= Wäsche bügeln). Je nach Gelegenheit bot sie im Taglohn ihre Dienste in vielen Haushalten im Dorf an, wenn sie nicht ihrer Arbeit in der Wäscherei National in der Papiermühle nachging. Stets trug sie als Wäsche-Fachfrau eine sauber gebügelte, hübsche Schürze, wie man sie damals immer zum Schutz der Kleidung während der Hausarbeit trug. Der sauer verdiente Lohn, der aus ihrem Tagewerk resultierte, reichte ihr kaum zum Leben.

So stellte sie gerne ihr altes Bügeleisen auf die Ablage, um sich ihrem zweiten Erwerbszweig, dem «Psalter-Beten» zuzuwenden. S’Glättere-Bethli war die letzte, bekannte Psalterbeterin im Dorf.

Bei Todesfällen besuchte sie die trauernden Hinterbliebenen und bot ihnen die Verrichtung des Sterbegebetes gegen ein bescheidenes Entgelt an. Sie erhielt in der Regel für ihre «Trauerarbeit» fünf Franken Lohn. Dafür betete sie jeweils bis zum «Dreissigsten» der Verstorbenen täglich in der Pfarrkirche drei Rosenkränze (= ein Psalter) für deren Seelenheil. Selbstverständlich mussten die Gebete schön andächtig und ohne jede Hast verrichtet werden.

 

 

2000

 

 

 

 

 

Fondle-Ligi

 

Eligius  Reinhard – Wolf, Unterfondlen , 1894 - 1.Okt. 1956)

Fondle-Ligi bewirtschaftete zusammen mit seinem Vater den Hof Unterfondlen.  Obwohl er sich zeitlebens rühmte, in«Sekdäddis» (Hans Reinhard) erster Horwer Sekundarklasse «der Musterschüler» gewesen zu sein, und obwohl er als strammer Militärtrompeter eine flotte Erscheinung war, schien er‘s auf seinem Hof mit der Ordnung nicht so genau zu nehmen.  Die Nachbarn und Dorfleute hatten jedenfalls viele Gründe, über das herumstehende Werkzeug und die halbvollendeten Arbeiten auf dem Hof zu spotten.

Fondle-Ligi war auch beim Heuen und Emden kein Draufgänger. Mit Sicherheit fuhr er das Futter immer als letzter ein. Die Dorfleute staunten aber doch, als er im Jahr 1941 mit seinen drei mageren Pferden vor dem Heuwagen am 6. Dezember das letzte Emd von der Chrebsbärenwiese über das Dorf, den Winkel und Boden nach Hause fuhr.  Seine Kühe mussten wohl zähe Kost gewohnt sein!

Fondle-Ligi brachte die«Gülle» (=Jauche) noch von Hand mit dem «Güllestosser» (=eine Art Schubkarren mit kastenförmigem Jauchebehälter) und dem «Güllegon» (=Jaucheschöpfer) auf die Wiese.  Der Güllestosser war aber nicht sehr geräumig, und der Inhalt reichte meist nur für wenige Quadratmeter.  Nach vollendetem Werk liess Ligi das Vehikel am Ort des Geschehens stehen, wo dieses dann, beim Mähen als Hindernis, mitten in der Wiese herumlotterte. Einmal mähte Fondle-Ligi in einem Sommer dreimal rundherum, ehe es ihm beliebte, den Karren zur Scheune zu schieben.

Spät im Herbst sollte einst das auf dem Hof anfallende Obst gemostet werden. Fondle-Ligi wollte ohne Verzug zur Tat schreiten, merkte aber bei genauem Hinsehen, dass er doch noch den «vergessenen» Trester vom Vorjahr aus der Obstpresse entfernen musste. Wegen der Teilnahme an einem Fest besorgte ihm eines Tages der Nachbar, Studhalter Seppi von der Mättihalden («Födelochseppi») das Viehfüttem.  Als dieser den Kühen das frischgemähte Gras in die Futterkrippe stecken wollte, bemerkte er zu seinem grössten Erstaunen, dass dort kein Platz mehr war. Es faulten Berge altes Futter darin. Mit aller Kraft versuchte er, den festsetzenden Mist auszuräumen. Erzürnt musste er nach einiger Zeit einsehen, dass es besser war, den Kühen einen Weidegang zu gönnen.

 

 

1999

 

 

 

 

Der „Schiggi-Peter“ oder „Sennpeter“

 

Peter Achermann , ca. 1870 -1950

„Sennpeter“ ein grosser, hagerer Mann wurde von den Horwern wegen seiner Herkunft aus einer Beckenrieder Sennenfamilie mit diesem Übernamen bedacht. Oft wurde er aber wegen seiner grossen Leidenschaft, dem Tabak -Kauen  (=" Schigge") der"Schiggi-Peter" genannt.

Schiggi-Peter hatte an der Winkelstrasse in einer Pension sein Logis (Wie in dieser Zeit auch"Sekdäddi" Reinhard) und arbeitete bei Gelegenheit als Handlanger und Maurer bei Georg Kaufmann.

Leicht vornübergebeugt schritt er in gemächlichem Tempo vom Dorf gegen den Winkel. Dabei wanderte sein Blick immer wieder dem Strassenrand entlang, als ob dort etwas Kostbares zu finden wäre. Und tatsächlich, ab und zu bückte er sich, um einen weggeworfenen Stumpenrest aufzuheben und in seine Tasche zu stecken.

Weil er kaum Geld besass, besorgte er sich auf diese Art genügend Tabakvorrat zum"Schiggen".

Stets brachte er auch alle Dorfneuigkeiten unters Volk, die er stets mit der hastig hingeworfenen Frage begann: „Du weisch, du weisch?.“.

Eines Tages waren Heer Klaus und der Dormen-Baschi fürs neue Dormenheim der Jungmannschaft am Kies Schaufeln. Schiggi-Peter eilte geflissentlich herbei, um seinen Dorfklatsch loszuwerden: „Du weisch, du weisch,“ bemerkte er zum Dormen hinweisend, „das det obe isch es ewigs Wärch!“

 

1998

 

 

 

 

S' Bachtel-Louise

 

(Louise Buholzer ca. 1870 bis 1950)

Sie war Dienstbotin bei "Bachtel-Seppi" (Kaufmann Josef) und schaute zum Bachtel, als ob's ihr eigenes Gut gewesen wäre. Sie leistete auf dem Hof die Arbeit eines Knechts und sorgte daneben vorbildlich für Haus und Garten. S'Bachtel Louise war aber vor allem eine leidenschaftliche Marktfahrerin, eine richtige "Määrtchatz", wie man damals sagte.  Jede Woche trabte sie mit vollem Henkelkorb und hochbeladenem "Määrtschesali" (alter Geflecht-Kinderwagen) auf den Markt in die Stadt, um ihre Waren, die sie stets auch im Auftrag von Nachbarn mitnahm, feilzuhalten. Auf dem Weg wurde die bekannte, eigenartige Marktfrau gerne von herumlümmelnden Knaben mit dem Übernamen „Bachteltram“ bedacht. Dies jedoch berührte s'Bachtel-Louise kaum, für sie gab es wichtigere Dinge.

Nach erfolgreichem Markttag heimgekehrt sollte sie mit den Nachbarn abrechnen. Auch darin zeigte sich ihr grosses Talent, wusste sie doch immer etwas zu ihren Gunsten herauszujammern: „Oh, ich kann Euch nicht so viel geben, wie abgemacht, die Geschäfte liefen so schlecht! Zudem fing Euer Gemüse zu schlampen an, und die Äpfel begannen auf dem Weg schon zu faulen.“ Meistens erreichte sie ihr Ziel; die Nachbarn drückten oft ein Auge zu und liessen den Fünfer gerade sein, dafür aber neckten sie s'Bachtel-Louise, wo sich immer Gelegenheit bot.

Zur Fasnacht verkleideten sich Hans und Sepp Buholzer (später auf der Hofrüti), füllten einen alten Kinderwagen mit vergammeltem Gemüse, totem Huhn und faulem Obst und schoben es geradewegs vor Bachtel-Louis' Haustür.  „Wie mänge Meter wender?“ fragten sie die heraustretende, verdutzte Frau, „luegid, alles prima War!“ S'Bachtel-Louise spürte den zarten Wink, fasste sich schnell wieder, schrie: „Machid, dass er abfahrid!“ und knallte die Tür wütend ins Schloss.

 

1997

 

 

 

 

 

S' Rankriedli-Baschis Chindbettmusig

 

Studhalter Sebastian

Der „Rankriedli-Baschi“ (Baschi = damals gebräuchliche Kurzform von Sebastian ) lebte um 1855 bis um 1925.

Seine Frau hatte eben ein Kind geboren und lag noch etwas geschwächt im Bett. Auch Baschi war ganz geschafft, freute sich aber gewaltig über die Ankunft des neuen Erdenbürgers. Wie gerne wollte er jetzt seiner Frau Gesellschaft leisten und bei ihr wachen!

Schon nach kurzer Zeit aber geriet Baschi in arge innere Nöte, denn der arbeitsam Zimmermann, der er war, konnte nie lange untätig „herumlehnen“. Und eben jetzt fiel es ihm ein, dass die Sägeblätter noch geschärft sein wollten! Im Handumdrehen war die Spannkluppe mit dem Sägeblatt im Zimmer aufgestellt, und bald entlockte Baschi seinem „Instrument“ mit der Feile die schrillsten Töne. Diese verstärkten sich mit dem herzzerreissenden Geschrei des Säuglings zu einer mächtigen „Chindbett-Musig“, die sich übers ganze Rankgebiet ausbreitete und die erschrockenen Nachbarn antraben liess.

 

1996

 

 

 

 

 

De Weid-Chappi im Trompeteloch

 

Chappi, dem einzigen Sohn auf dem Hof Weid wurde von seinen Eltern viel Aufmerksamkeit gewidmet.  Nachdem sein musikalisches Talent entdeckt war, durfte er schon früh Trompete lernen.  Weidchappi war eifrig um einen guten „Ansatz“ bemüht.  Immer wieder rühmte der schweissgebadet vom Heuen heimkehrende Vater seinen vom Trompeten schwitzenden Jungen: „Aer bloset halt malefitz schön!“

Mit seiner Trompete fand Weidchappi überall Anerkennung. Er brachte es schliesslich zum strammen Militärtrompeter. Nur bei den Horwer Mädchen schien er nicht so gut anzukommen.  Nachdem seine mit Glanz und Pomp geschlossene Ehe leider schnell in Brüche gegangen war, zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück und vereinsamte allmählich. Nach dem Verkauf seines Hofes verdiente er den Lebensunterhalt mit Holzen im Hochwald. Seine geliebte Trompete blieb ihm stets treue Weggefährtin. Als er z.B. einmal seinen Heimweg durchs spiegelglatt vereiste Kirchtobel hinauf ertrotzen wollte, schlitterte sie mit ihm in die Tiefe. Beim winterlichen Holzen fand sie auch stets auf seinem Holzschlitten Platz.

Einmal leitete Weidchappi eine besonders schwere Holzfuhre von der Buholzer Schwändi hinunter. Der Weg war schon stark ausgefahren, und die Fahrt ging immer schneller. Beim Homberg unterhalb des Rosengartens vermochte Weidchappi den Schlitten nicht mehr um die Kurve zu lenken. Die ganze Fuhre mit Chappi und der Trompete überschlug sich.

Unter eingeweihten Horwern ist die Stelle heute noch als Trompeterank bekannt.

 

1995

 

 

 

 

 

Der Leimi-Franz

 

Leimi-Franz, ein geschickter Küfer, hatte seine Leber auf der Sonnseite.  Den grössten Teil seines Lebens stand er im Dienst südfranzösischer Weinbauern. In diesem Umfeld ist es klar, dass der Wein sein Lebenselixier wurde. Am liebsten trank er ihn schon morgens, und fehlte mal beim Znüni sein „Schöppli“, war für ihn der Tag verdorben.

 

Einem Patron missfiel Franzens grosser Weinkonsum. Er verweigerte ihm den Znüniwein, aber Leimifranz wusste sich schnell zu helfen. - Er löste einen Fassreifen leicht, bohrte genau dort, wo sonst der Reifen sass, das Fass an und füllte mit dem ausströmenden, köstlichen Weinstrahl sein Krüglein. Danach verschloss er das Loch wieder mit einem sorgfältig eingepassten Zapfen und schob den Reifen wieder darüber. Kein Wunder, dass der Patron über die Hingabe, mit welcher sich Leimi-Franz an den Fässern zu schaffen machte, sehr erstaunt war.

 

1994

 

 

 

 

 

De Steffe

 

Zu allen Zeiten gab es in Horw auch Menschen, die nicht viel von der Sonnenseite des Lebens mitbekamen, Menschen, die sich mit Taglöhnerarbeiten oder gar mit Betteln über Wasser hielten. Ein solches Original war der „Steffe“, der von Seb.  Kaufmann wie folgt beschrieben wurde:

 

Der Steffe, ein kleines, schrumpfliges Männchen, trägt stets ein unansehnliches Schlaufsäcklein auf seiner Schulter, wenn leicht vornübergebeugt durchs Dorf schlendert. Sein Stock gibt vernehmbar auf dem Strassenpflaster den Takt seiner Schritte an. Niemand hat wohl je den Wunsch gehegt, einmal in den farblosen Stoffbeutel schauen zu dürfen.

Der Mann war in jungen Jahren Taglöhner. Nicht zu spät entdeckte der arme Kauz aber, dass er seinen Beruf verfehlt habe, und er sattelte zur ehrbaren Gilde der Bettler um. Dieses Metier sagte ihm zu, und er blieb ihm zeitlebens treu.

Gewöhnlich kehrte er abends, von der Stadt her kommend, im Pilatus ein. Er wusste, dass da noch einige Resten auf ihn harrten. Er vermochte unglaubliche Mengen in sich hinein zu stopfen. Als Auftakt schätzte er eine Suppe. Das nun einsetzende Schmatzen war in der ganzen Wirtschaft hörbar. Um die Mittagszeit gesellte er sich meistens zu den hungrigen Gästen, die auf dem Wesemlin eine Mahlzeit erhielten.

Es kam aber auch vor, dass ihm Passanten etwas zusteckten.

 

Die Dorfjungen nannten ihn mit Vorliebe „de Steidötsch“. Dann aber zuckte es in seinen Augenwinkeln, und er drohte mit seinem Stock. Den Spitznamen muss er bekommen haben, als er einst vorübergehend im „Sedel“ für Kost und Logis im Flussbett der Kleinen Emme Steine klopfte.

 

1993

 

 

 

 

 

Der Wulewu

 

„Wulewu erhielt seinen Spitznamen, weil er nach reichlichem Alkoholgenuss meistens begann französisch zu sprechen, obwohl er nicht viel mehr zu sagen wusste, als eben: “Voulez-vous?“

Seppi Reinhard, wie „Wulewu richtig hiess, war wohl einer der sonderbarsten Waldarbeiter der Korporation Horw.  Bei seiner Offenheit und allem Interesse für technische Neuheiten war es nicht verwunderlich, dass er nebst einer schönen Taschenuhr auch einen der ersten Fotoapparate in Horw sein eigen nannte.

Beim Holzen aber vertrug sich der starrköpfige Junggeselle schlecht mit den andern Arbeitern.  So gab man ihm eigene, meist etwas abgelegene „Plenderstücke“, wo der „Stierengrind“ auf eigen Faust Stangenholz schlagen konnte.

Eines Tages war er fleissig an der Arbeit im Hochwald.  Gegen Mittag verspürte er immer grösseren Hunger, aber ein Blick auf seine Taschenuhr sagte ihm, dass es noch nicht Essenszeit war. Also liess er nochmals sein Beil sausen, dass die Späne flogen.

Aber sein Magen knurrte immer stärker.  Wulewu musste sich zwischendurch ein Weilchen setzen.  Da hörte er vom Kirchturm her zwei Uhr schlagen.  Was?! - Jetzt betrachtete er seine Uhr nochmals.  Der Zeiger stand immer noch auf zehn Uhr.  Wulewu wurde wegen des verpassten Mittagessens so wütend auf seine Uhr, dass er sie auf den Spaltstock legte und ihr mit dem Beil eins kräftig überzog, natürlich nicht ohne eine trockene Bemerkung: “Jetz chasch sälber luege, wie spot dass esch; jetz esch Zyt för dy!“

 

1992

 

 

 

 

S' Bachtel-Tonis Nackenprobe

 

Der Winkler-Bläsi und s'Mange Büebi machten sich nach einer überzogenen Feuerschau auf den Heimweg.  Sicher war es im Langensand schon lange nicht mehr so lustig zu und hergegangen wie heute, und die beiden hätten trotz später Nachtstunde hoch Flausen im Kopf.

Als sie den alten Hohlweg beim Bachtel passierten, schlug s'Mange Büebi vor: «He, Baschi, wir wollen doch schauen, ob unser Kirchmeier, der Bachteltoni, schon in die Federn gekrochen ist.  Ich kenne das Fenster seines Schlafgemachs.» «Den wird ein kollegialer Gutenachtgruss sicher hoch erfreuen, brümmelte Baschi, aber lieber noch werde ich ihm einen tüchtigen Schrecken einjagen!»

Schnell war ein Plan geschmiedet: Winkler Bläsi sollte sich auf Mange Büebis Schultern stellen und Bachteltonis Kopf packen, wann sich dieser am Fenster zeigen würde.

Gesagt - getan, Mang rief laut nach Bachteltoni.  Dieser erschien schlaftrunken am Fenster, streckte seinen Kopf heraus und rief: «Was esch?» Im selben Augenblick griff Winkler Bläsi mit aller Kraft zu und ....  nicht einer, gleich-zwei Schreckensschreie gellten durch die Nacht.  S'Mange Büebi, der Schlaumeier, war unten weggelaufen, und es ist nicht auszumachen, wer die bangeren Schrecksekunden erlebte, Winkler Bläsi oder Bachteltoni.

 

 

1991

 

 

 

 

 

Der dritte Streich ist butterweich!

 

Gemächlich holpert s' Mange Büebi mit seinem Karren am Pfarrhaus vorbei ins Dorf. Dass die schwer belasteten Räder an den Holzachsen nervenaufreibend kreischen, stört den jungen Schiltmättler überhaupt nicht.  Er lässt sich auch von der Pfarrköchin nicht aus der Ruhe bringen, die laut reklamierend aus dem Küchenfenster lehnt und ihm obendrein Ratschläge erteilen will: «Chönntisch dy Chare au weder emal schmiere, Mang!»

Mang trabt auf dem Heimweg mit seinem Karren wieder am Pfarrhaus vorbei.

Da entdeckt er auf dem Fenstersims, welch ein  Zufall, den vollen Buttertopf aus der pfarrherrlichen Küche.

 «Jetz wemmer scho luege, dass de Chare weder lauft,» brummt er grimmig, angelt den Topf flink herunter, löst die Karrenräder und schmiert die Naben tüchtig mit Butter ein.  Nach getaner Arbeit trabt er sichtlich leichter und zufrieden der Schiltmatt zu.

Ich frage mich ehrlich, ob s'Mange Büebis Ausspruch nicht gleich der Leitspruch für die eidgenössischen Jubelfeiern 1991 wäre, aber, könnte unser Staatswagen 

 

 

1990

 

 

 

 

 

.... und der zweite folgt sogleich!

 

Wie wir schon alle wissen, war niemand vor s'Mange Büebis Streichen sicher, selbst sein Vater nicht.  Mang machte nie lange Federlesens und trieb seinen Unfug spontan, wo immer er Gelegenheit dazu fand.

S'Mange Büebis Vater, der Schiltmattbauer und Metzger, besuchte eines Tages den Viehmarkt in Luzern.  Wegen des herrlichen Heuwetters wollte er dort nicht viel Zeit versäumen und unverzüglich wieder heimkehren.  Bis dann sollte s'Mange Büebi die Heuwagen, damals noch alles schwerfällige Holzachser und «Schneggen», gerüstet haben, damit am Nachmittag das Heu trocken eingefahren werden konnte.

Ach, angesichts der schweren Holzwagen verflog s'Mange Büebis Arbeitslust im nu, und als der Vater wieder zurück war, stand auch kein Heuwagen und kein Büebi bereit.  Auch vom Knecht, dem Althofxaveri, fehlte jede Spur.  Jetzt lief der besorgte Bauer sichtlich erregt um die Scheune und hoffte etwa mit einem Peitschenknall einen der beiden Faulenzer aufzuscheuchen.

Zufälligerweise kam der Untermattbauer vom Kirchtobel her und bemerkte die besorgte Miene seines Nachbarn.  Seinen Blicken waren aber auch die zerlegten Heuwagen und die sauber aufgehängten Holzräder im Scheunengiebel und in den Kirschbäumen rund um den Hof nicht entgangen.

Nachdem ihm der Schiltmattbauer den Grund seines Unmutes dargelegt hatte, meinte der Untermättler trocken: “Kopf hoch, Mang!  Richte deinen Blick gegen den Himmel, und du wirst deine Heuwagen finden!» Und jetzt sah er’s auch: Da hatte s'Mange Büebi wirklich wieder ganze Arbeit geleistet!

 

 

 

1989

 

 

 

 

 

 

 S’Mange Büebis erster Streich...

 

Vor dem Fenster des Schönbühl- Hauses stand stets ein hübscher Vogelkäfig, in dem ein singfreudiger Kanarienvogel seine Melodien lautstark zum besten gab.  Niemand weiss, ob der muntere Vogel s' Mange Büebis Schützenehre oder seine Experimentierfreude weckten.

Leise und unbemerkt richtete er eines Morgens sein Gewehr im Schraubstock hinter seiner Scheune auf den etwa 60 m entfernten Vogel.  Nach kurzem Hantieren, ---- ein Schlag ---, und der gefiederte Sänger fiel mausetot auf den Käfigboden.  Ausser s'Mange Büebi hatte niemand etwas bemerkt.  Nach einigen Tagen erkundigte er sich mit gespieltem Mitleid bei seinen Nachbarn nach dem Verbleiben des Vogels, er höre ihn nicht mehr singen.

«Wir wissen es auch nicht, was mit ihm los war», war die kurze Antwort, „«er Schlag muss ihn getroffen haben!»

 

 

1988

 

 

 

 

 

D' Horber Madonna

 

Sie gehörte um die Jahrhundertwende zum Horwer Alltag wie die Kirche zum Dorf, die unsicher dahertrippelnde Jungfer «Sigriste - Beeli» mit dem auffallend hohen seidenbandgeschmückten Hut. Ihr sonderbares Daherschreiten liess von ihrem Rock stets eine ansehnliche Staubwolke aufwirbeln. Dabei war «Sigriste-Beeli» aufs äusserste herausgepützelt.  Um ihren Hals baumelte an einem Seidenband stets ein grosses Medaillon, und ihre vorstehenden Bäcklein waren mit Hilfe von rotem Zichoriepäckli-Papier fein getönt.

Mit dem Pfarrer stand sie nicht auf gutem Fuss. Er sollte ihrer Ansicht nach schuld sein am Tode ihres Bruders. Trotzig, wie sie war, mied sie darum die Horwer Pfarrkirche und wohnte fortan den Gottesdiensten in Luzern bei.  Ihrer sonderbaren Aufmachung wegen wurde die fromme Horwerin in der Stadt schnell bekannt unter dem Spitznamen «Horber Madonna».

Dazu gehen mir heute zwei Gedanken durch den Kopf:

Hoffentlich interpretiert der Pfarrer die dünner gewordenen Kirchgängerreihen nicht aus dieser Geschichte heraus, und wenn schon, vielleicht findet er ja eben am Aschermittwochmorgen Gelegenheit noch herumirrende «Horbermadonnen» zum Kirchen.

 

 

1987

 

 

 

 

 

Setzgrind kontra Moschtgrind

 

Der «Jöstaliwysi», Jost-Alois Studhalter, auf der Horwer Fasnachtsplakette 87 

Richtig wohl war es dem Jöstaliwysi erst, wenn er, vom Bürgerheim herkommend, den Gang an Kirche und Pfarrhaus vorbei möglichst schnell überstanden hatte.  Denn lenkte er freudig seine Schritte zur Rössligaststube.

Keck flatterten seine spärlichen roten Barthaare, und auf seinem Kopf sass stets ein lustiges Wildererhütchen, das mit seinem Träger schon viele Stürme durchgestanden hatte.

Seine besten Jahre hatte Jöstaliwysi als Taglöhner im Horwer Hohwald verbracht.  Hübsche Manieren lagen ihm nicht.  Seine ganz unterschiedlich entwickelten Mundwinkel verliehen ihm eine ulkige Sprechweise, an der sich die Leute ergötzten.

Mit dem Pfarrer, Jost-Alois Furrer, war er von jeher nicht gut Freund, denn am liebsten lief Jöstaliwysi trotz der mahnenden Worte des Seelsorgers behende an der Kirche vorbei.  Seinen listigen Äuglein entging aber nie, wenn der Pfarrer den schmalen Kiesweg des Pfarrgartens auf und ab brevierte.  In besonders aufmüpfiger Stimmung konnte es Jöstaliwysi einmal nicht verkneifen, dem geistlichen Herrn über den Hag hinweg zuzurufen: «Du besch e Jöstaliwysi, ond ech be na Jöstaliwysi.  Du hesch e Setzgrind, ond ech ha ne Moschtgrind, hä,hä,hää!» Sprachs und verschwand schleunigst.

Auch im Bürgerheim zeigte das eigenwillige Dorforiginal ab und zu seine Hörner.  Damals war es beim Hinschied eines Heiminsassen Brauch, dass dessen Mitbrüder den Leichnam zu Grabe trugen.  Jöstaliwysi war einst aufgerufen den Sarg eines Kollegen tragen zu helfen, mit dem er öfters angeeckt hatte.  Auf halbem Weg zum Grab stellte er zum Erstaunen der Anwesenden den Sarg ab, rief laut: «Ech mag dg Cheib nömme!» und lief schnurstracks ins «Rössli» hinunter.

 

 

1986

 

 

 

 

Der 'Orgeletramper'

 

Für heutige, überflussgewohnte Leute ist es schwer vorstellbar geworden, dass noch vor wenigen Jahrzehnten recht viele Menschen auf Grund bescheidener finanzieller Verhältnisse ihr karges Leben als Randfiguren unserer Gesellschaft fristeten.

Dabei sind es erst gut fünfzig Jahre her, dass das Dorforiginal Fuchs Seppi, jedem Horwer als «Orgeletramper» bekannt, sein geplagtes Leben dem Schöpfer zurückgab.

Täglich schritt der hagere, leicht vornübergebeugte Ausläufer der Metzgerei Bucher, mit schweren Körben beladen, seine Tour bis zum Stutz und über die Halbinsel bis nach Kastanienbaum ab.  Seine starke, dickglasige Brille vermochte seine Sehschwäche nicht ganz zu korrigieren, weshalb er den Weg in seiner langsamen, sonderbar trampenden Gangart zurücklegte.

Der «Orgeletramper» versah seine Ausläuferdienste um Kost und Logis.  Deshalb versuchte er verständlicherweise sich etwas Sackgeld durch das Treten des Orgelblasbalges zu verschaffen.  Mit den sauer verdienten paar Batzen konnte er sich aber im nahen Rössli kaum ein Bier leisten.  Kurzerhand drohte er eines Sonntags während des Orgelspiels mit Streik, falls ihm nicht ein Batzen mehr Lohn ausgehändigt würde. Wie der bekannte Lehrer und Organist Grossmann den Vorfall meisterte, und ob die Kirchgänger auf die Orgelmesse verzichten mussten, weiss die Überlieferung nicht zu berichten.

 

Vielleicht geschah dies eben am Fasnachtssonntag, und die Horwer, damals als «der luzernische Tiergarten» verhöhnt, waren gar die ersten, welche sich, ihrer Zeit weit voraus, kakaphonischer Klänge zur «Fasnachtsmesse» erfreuten.

 

 

1985

 

 

 

 

 

S Zoller Oersi

 

S Zoller Oersi lebte um die Jahrhundertwende im alten Winkler Zollhaus.  Als Kräuter- und Beerensammlerin verstand sie sich auch vortrefflich aufs Palmen- und Girlandenbinden.  Von ihren wenigen erwirtschafteten Batzen konnte sie sich fast nichts leisten.  Es ist nur allzu verständlich, dass sie sich deswegen besonders für die Znünikörbe der Bauern, die das Ried im Winkel mähten, interessierte.  Die übermütigen Bauernburschen boten ihr aber Kaffee- Träsch an, worauf s Zoller- Oersi bald betrunken im Schilf lag.  Oersis Vater, der auf dem Schauplatz erschien, stellte die unbedachten Burschen zur Rede und hiess sie, das Oersi nach Hause zu bringen.  Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sie auf den erstbesten Fasskarren zu laden und mit ihr zum Zollhaus zu traben.

 

1984

 

 

 

 

 

Der «Weisse Waldbruder»

 

Bruder Gregor Kaple lebte vor 200 Jahren hinter dem Steinbruch im Winkel und führte ein Leben in Gebet und werktätiger Liebe.  Angeblich war er adligen Geblüts und stammte aus Bayern.  Von ihm existieren Porträts.  Zwischen dem 16.und dem 18.  Jahrhundert lebten in Horw mindestens zwölf Eremiten, meistens beim Steinbruch und im Längacher.

 

 

1983

 

 

 

 

D Chatze Mey

 

Die Katzenmutter Marie Reinert, genannt Regli - Mey oder Chatze - Mey lebte bis zu ihrem Lebensabend im Neuhof. (Kantonsstr.98, hinter Schuhhaus Studhalter) Sie war als misstrauische, eigenwillige Person im Dorf bekannt.  Wegen eines Fussleidens und ihrer Armut trug sie ausser Haus nie zwei gleiche Schuhe.  Stets war sie auch von einer Katzenschar begleitet.  Ihr äusserst karges Mahl teilte sie mit etlichen ihrer Vierbeiner, die sich auf oder unter ihrem Tisch balgten und mit einem unbeschreiblichen Tafelkonzert aufwarteten.

 

1982

 

 

 

 

 

 

Die Horwer Hochwaldholzer Seebebaschi und Breiteschili

 

 

Die Horwer Korporation besitzt ausgedehnte Waldungen am Pilatusfuss.  Das gemeinsame Holzen gehörte schon immer zu den winterlichen Beschäftigungen der Horwer.  Treffpunkt war jeweils das alte Restaurant  Schwendelberg, wo «Safeeri» das bekannte Nüssliwasser anbot und so das Warten auf die letzten verspäteten Holzer erträglicher machte.  Dabei fielen etwa folgende Worte: «Könned ehr die zwee, wo deet onnenufe chömid?  Das send meini, in nomine patri et fili, de Seebebaschi ond de Breiteschili.»

 

 

1981

 

 

 

 

 

Winkler Fährmann

 

Zum Jubiläumsjahr (750 Jahre Horw) ziert ein alter Winkler Fährmann am Stehruder die Plakette.  Im Hintergrund erblickt man die Winklerkapelle, und vom Pilatus her drohen Gewitterwolken.

Der Weiler Winkel war früher von grosser Bedeutung für den Personen- und Warenverkehr über den See nach Stansstad und Alpnach.

 

1980

 

 

 

 

 

Aktivitäten der Eglizunft und der Nachtheueler

 

Die aus einer Kartonschachtel hergestellte Maske weist auf die Kinderfasnacht hin.  Das Egli dient einem Kind als Kilbischaukel, was die durch die Eglizunft neubelebte Horwer Dorfkilbi in Erinnerung ruft.

 

1979

 

 

 

Egli und Eule

Auf der ersten Horwer Fasnachtsplakette zeigen sich Egli und Eule, die beiden Symbole jener Horwer Vereinigungen, die den Gedanken einer eigenen Horwer Fasnachtsplakette von Anfang an mittrugen.

Das Egli, auch Barsch genannt, gab als Horwer Wappentier der Eglizunft den Namen.  Der Waldkauz ist das Symbol der Guggenmusik Nachtheueler.  Die Horwer waren bei ihren Nachbarn wegen ihrer nächtlichen Aktivitäten an diversen Gelegen unter dem Spitznamen Nachtheueler bekannt.